Flughäfen weisen Forderungen von neuem Airline-Verband zurück

22.01.2016 - 09:07 0 Kommentare

Der Verband "Airlines for Europe" ist gerade frisch gegründet, da gibt es schon harsche Kritik an seinen Forderungen. ADV-Hauptgeschäftsführer Beisel spricht von geplanter Gewinnmaximierung auf Kosten der Flughäfen.

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer - © © ADV -

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer © ADV

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen haben jetzt den neuen europäischen Verband "Airline 4 Europe" (A4E) kritisiert. Dessen Forderungen würden den Luftverkehrsstandort Deutschland beeinträchtigen, hieß es in einer ADV-Mitteilung.

Die fünf A4E-Fluggesellschaften hatten eine Studie zitiert, wonach die Flughafengebühren an 21 der größten europäischen Flughäfen seit 2005 um 80 Prozent gestiegen sind. "Das Gegenteil ist der Fall", entgegnete ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Tatsächlich beliefen sich die Flughafenentgelte in Deutschland im Jahr 2014 im Schnitt auf 10,25 EUR. In den vergangenen Jahren haben die deutschen Flughäfen entweder auf Entgelterhöhungen verzichtet oder sind mit den Erhöhungen weit unter dem geblieben, was im Vorfeld als eine angemessene Höhe beurteilt worden ist."

© A4E, Lesen Sie auch: Fünf größte europäische Airlines gründen neuen Verband

Am Flughafen Hamburg seien die regulierten Entgelte pro Passagier seit dem Jahr 2000 um 3,8 Prozent gesunken. Dies entspreche inflationsbereinigt einem Rückgang von 22,8 Prozent, teilte er mit. Im deutschen Markt könnten die Flughäfen keine kostendeckenden Entgelte durchsetzen.

"Auf Kosten der Flughäfen und der Steuerzahler wollen die Airlines ihre Gewinne maximieren", schätzte Beisel ein. Die erhobenen Vorwürfe würden dabei an der Realität vorbeigehen. Nur neun von 22 ADV-Flughäfen erzielten Gewinne. In Deutschland würden Lufthansa und Air Berlin mehr als sechs Mal so viel Umsatz wie alle Flughäfen zusammen erwirtschaften. Das "Airline-Duopol" dominiere mit über 60 Prozent Marktanteil die deutsche Luftverkehrsbranche.

Von: gk
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