ADV sieht sich nach Atatürk-Anschlag in Sicherheitsphilosophie bestätigt

29.06.2016 - 12:24 0 Kommentare

Vorkontrollen am Terminal erhöhen das Risiko - dieser Meinung ist der Flughafenverband ADV. Durch das Attentat am Istanbuler Airport Atatürk sieht sich die Organisation in ihrer Haltung bestätigt.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. - © © Flughafenverband ADV -

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. © Flughafenverband ADV

Nach dem Terroranschlag am Istanbuler Atatürk-Airport sehen sich die deutschen Flughafenbetreiber in ihrer Sicherheitsphilosophie bestätigt. Bei der Diskussion um die Anschläge von Brüssel im März sei Atatürk wegen seiner vor das Terminal verlagerten Personenkontrollen stets als positives Beispiel genannt worden, sagte jetzt Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV.

Nun zeige sich, dass die wartenden Passagiere außerhalb der Gebäude noch schwerer vor Angriffen zu schützen seien. "Die Selbstmordattentäter suchen sich weiche Ziele, zum Beispiel die Warteschlangen vor den Kontrollstellen", so Beisel.

Offensichtlich hatten die Angreifer ihren Anschlag bereits vor dem Terminalgebäude begonnen. Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, keiner der drei Selbstmordattentäter habe die Sicherheitsschleusen am Eingang des internationalen Terminals passiert. Einer sprengt sich im Parkhaus in die Luft, der zweite außerhalb des internationalen Ankunftsbereichs. Der dritte Angreifer wurde an der Sicherheitsschleuse am Eingang des Ankunftsterminals angeschossen und zündet seine Sprengstoffweste im Terminal.

Einlasskontrollen sind an türkischen Airports Standard

Einlasskontrollen sind an jedem türkischen Flughafen Standard. Schon beim Eintritt ins Gebäude wird das Gepäck geröntgt, also Handgepäck und aufzugebende Koffer. Jeder, der in den Flughafen will, muss durch einen Metallscanner. Nach dem Check-In folgt die zweite Sicherheitskontrolle, die der in Deutschland entspricht und die nur noch Fluggäste passieren dürfen.

Bei dem Terroranschlag auf dem Atatürk-Flughafen in der türkischen Metropole Istanbul hatten drei Selbstmordattentäter mehr als 30 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben der türkischen Behörden wurden außerdem mehr als 140 Menschen verletzt. Im öffentlichen Bereich des Terminals richteten die Explosionen starke Schäden an.

ADV hält an Position fest

Die ADV hält nun an ihrer Position fest, die Flughafenbesucher erst beim Zugang zum Sicherheitsbereich innerhalb der Terminals genau zu kontrollieren. Nach dem Brüssler Anschlag hatte die EU-Kommission erwogen, Sicherheitskontrollen vor den Flughafenterminals einzuführen.

Die Flughäfen hatten das entschieden zurückgewiesen. Im öffentlichen Raum vor den Flughäfen könne bereits eine Vielzahl von Maßnahmen greifen, um das Risiko von Anschlägen zu mindern. Dazu gehört neben verstärkten Streifen im Terminal eine verbesserte und auch elektronisch gestützte Beobachtung der Passanten auf eventuelle Verhaltensauffälligkeiten. In Interviews könne der Grund für auffällige Verhaltensweisen abgeklärt werden.

© dpa, O. Berg, Lesen Sie auch: EU-Kommission erwägt Sicherheitskontrollen vor Flughäfen

Die deutschen Flughäfen hatten zudem bauliche Gegebenheiten an den Airports als Argument gegen die Vorkontrollen genannt. Für eine hundertprozentige Zugangskontrolle fehle an den Flughäfen auch schlicht der Platz, hieß es.

Von: ch, dh, dpa
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