Generalprobe in Frankfurt

Abfertigungstests am Lufthansa-A380

28.05.2010 - 11:52 0 Kommentare

Wie kommen 800 Koffer rechtzeitig an Bord des Super-Airbus A380? Und erhält die Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM perfekten Kaffee? Antworten auf diese Fragen suchte die Lufthansa bei ihrer A380-Generalprobe in Frankfurt.

Bodenabfertigung des Lufthansa-A380 in Frankfurt - © © dpa -

Bodenabfertigung des Lufthansa-A380 in Frankfurt © dpa

Lufthansa-Flug Nummer 1802 hebt nie ab, doch für Pilot Ingo Meyerdierks zählt er zu den besonders wichtigen seines Lebens. Aus dem A380-Cockpit sieht der Kapitän, wie am Frankfurter Flughafen hunderte Menschen auf das Einsteigen in den Riesenjet warten. «Am liebsten würden wir losfliegen», sagt der 45-Jährige. Doch heute geht es um den Kampf gegen die Uhr am Boden.

Flug 1802 ist die Generalprobe für die Abfertigung - rechtzeitig vor dem ersten Langstreckenflug der «Frankfurt am Main» am 6. Juni. In der Luft üben die Piloten bis dahin noch öfter. Auf dem Vorfeld ist dies der einzige Test für eine komplette Abfertigung.

Nicht mehr als 165 Minuten soll es dauern, bis ein gelandeter Lufthansa-A380 in Frankfurt wieder in der Luft ist - nur dort verdient ein Flugzeug Geld. Der A380 soll damit nicht länger parken als ein Jumbo vom Typ Boeing 747, obwohl er 60 Prozent mehr Gepäck und Passagiere an Bord hat.

250 Mitarbeiter und über 500 Statisten

Lufthansa-Crew bei der A380-Generalprobe - © © dpa - Bild vergrößern

Lufthansa-Crew bei der A380-Generalprobe

«Es ist, als würden wir eine 747 und einen Airbus 340 zusammen abfertigen», sagt der Frankfurter Lufthansa-Stationsleiter, Andreas Döpper. «Bei der Generalprobe testen wir erstmals das Zusammenspiel aller.» Vom Kofferschlepper bis zum Piloten beschäftigt das 250 Mitarbeiter.

Test-Chefin Ulrike Flake-Bauer schickt am Donnerstagnachmittag, zehn Tage vor dem ersten Langstreckenflug, zudem über 500 Statisten als Passagiere Richtung Gate C16 zum A380. Sie haben echte Bordkarten für Flug 1802. Bei der Sicherheitskontrolle warten sie zwischen gewöhnlichen Reisenden. Einige sitzen im Rollstuhl, manche verspäten sich.

Flake-Bauer hat ein Stück Flughafenalltag inszeniert. Damit vor dem Boarding der 24-köpfige Putztrupp proben kann, wurde eigens Abfall in der Kabine verteilt. Auf dem Vorfeld mühen sich später Arbeiter um 800 Koffer. Nur die erste Klasse bleibt leer. Deren Polster schont die Lufthansa selbst bei der Generalprobe. Sonst wird Flug 1802 gemanagt, als hebe er ab.

"Willkommen auf einem der kürzesten Flüge aller Zeiten"

Am Check-in heißt es: «Wir wünschen einen guten Flug.» An Bord werden zum Start die Sitze aufrecht gestellt - auch wenn der aus seiner Wartungshalle hergerollte A380 nur 20 Meter vom Terminal weg und wieder zurück geschoben wird. Test ist Test. «Willkommen auf einem der kürzesten Lufthansa-Flüge aller Zeiten», witzelt Kapitän Meyerdierks auf Flughöhe null.

Stewardess Annette Balkhausen nutzt die Generalprobe am Boden mit Blick auf kommende Aufgaben. «Wir fliegen nächste Woche die Nationalmannschaft nach Südafrika. Da ist es schon wichtig, das alles mal zu probieren», sagt sie. Es geht auch um Details. «Zum Beispiel sind hier die Kaffeemaschinen anders zu bedienen», stellt Balkhausen fest.

Statisten testen die Business Class bei der A380-Generalprobe, © dpa

Die Statisten, Mitarbeiter von Lufthansa und anderen Firmen am Flughafen, testen die Bordunterhaltung - bis Kapitän Meyerdierks erklärt, man sei wieder zum Aussteigen bereit.

Bis zum Start Richtung Südafrika am 6. Juni kann die Lufthansa jetzt noch an jenen Tücken arbeiten, die der Test offenbarte: Ein Sicherheitscheck verzögerte sich, das Bewegen der Fluggastbrücken machte Probleme. Doch Stationsleiter Döpper ist am Abend zufrieden. Flug LH 1802 war pünktlich. Kapitän Meyerdierks sagt: «Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Linienverkehr.»

Von: dpa
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