Stückpreis steigt auf bis zu 190 Mio Euro

A400M verteuert sich abermals

26.11.2009 - 11:04 0 Kommentare

Der Militärtransporter A400M wird deutlich teurer als vertraglich vereinbart. Airbus Military hat die Zusatzkosten für das Rüstungsprojekt auf fünf Milliarden Euro beziffert. Nun nimmt eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Airbus-Nachforderung unter die Lupe.

Triebwerkstestlauf am A400M - © © Airbus Military -

Triebwerkstestlauf am A400M © Airbus Military

Der Militärtransporter A400M von Airbus wird einem Zeitungsbericht zufolge deutlich teurer als ursprünglich geplant. Wie «Die Welt» (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, sollen sich die Zusatzkosten für das Rüstungsprojekt auf rund 5,0 Milliarden Euro belaufen. Andere Quellen hätten sogar 5,5 Milliarden Euro genannt.

Derzeit verhandeln die Bestellnationen mit dem Airbus-Mutterkonzern EADS über die Zukunft des A400M-Programms.

Deutschland, Frankreich und weitere europäische Länder haben 180 Maschinen bestellt. 2003 war vertraglich ein Festpreis von 20,0 Milliarden Euro vereinbart worden. Ein EADS-Sprecher wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern.

Der A400M hat bereits drei Jahre Verspätung und wird daher offenbar deutlich teurer. Der Erstflug soll im Dezember in Sevilla stattfinden. Trotzdem ist dem Bericht zufolge auch ein Aus für das größte europäische Rüstungsprojekt noch denkbar. Denn noch sei unklar, wer die Mehrkosten trage. «Wir hoffen, den Verhandlungsprozess bis zum Ende des Jahres abzuschließen», sagte EADS-Chef Louis Gallois der Zeitung.

«Sollte sich der Konzern mit all seinen Vorstellungen durchsetzen, würde der Stückpreis für einen A400M auf 180 bis 190 Millionen Euro steigen», zitiert das Blatt einen Berater der Bundesregierung. Aktuell seien 130 Millionen bis 140 Millionen Euro pro Flugzeug vereinbart.

Sowohl Airbus als auch die Bestellnationen haben erklärt, dass sie bis Neujahr eine Lösung präsentieren wollen. Die Bestellnationen lassen die Nachforderung von Airbus von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unter die Lupe nehmen.

Die Staatssekretäre der sieben Abnehmerländer für den A400M werden sich nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums am kommenden Mittwoch erneut in Berlin treffen, um über die genauen Bedingungen der weiteren Fortführung des Projektes zu beraten. «Ziel bleibt weiterhin, bis Jahresende 2009 ein für alle Beteiligten tragbares Ergebnis zu erreichen», sagte ein Sprecher. Den Bericht der «Welt» wollte er weder bestätigen noch dementieren. Zwischen den Vertragsnationen sei vereinbart worden, sich hierzu nicht zu äußern, sagte er.

Von: airliners.de mit ddp, dpa, dpa-AFX
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