A400M erst 2018 voll einsatzfähig

11.11.2010 - 11:30 0 Kommentare

Der Militärtransporter Airbus A400M soll erst 2018 voll einsetzbar sein. Die Auslieferung einer stark reduzierten Basisversion des A400M solle in Frankreich 2013 und in Deutschland Ende 2014 beginnen, berichtet die "Financial Times Deutschland".

Zwei Airbus A400M stehen auf dem Flughafen in Sevilla. - © © Airbus Military -

Zwei Airbus A400M stehen auf dem Flughafen in Sevilla. © Airbus Military

Die EADS-Tochter Airbus steuert mit ihrem Militärtransporter A400M laut einem Pressebericht auf weitere Verspätungen zu. Das ohnehin von immensen Verzögerungen und Kostensteigerungen belastete Flugzeug werde seine volle militärische Leistungsfähigkeit erst im Dezember 2018 erreichen, zitiert die "Financial Times Deutschland" (FTD/Donnerstag) aus Unterlagen für den Verteidigungsausschuss des Bundestags. Ursprünglich sollte dies bereits 2010 der Fall sein. Ab Juni 2012 solle nun zunächst eine technisch stark reduzierte Basisversion fertig sein. Erstkunde Frankreich rechnet 2013 mit dem Auslieferungsstart.

Ein EADS-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Veröffentlichung des Quartalsberichts an diesem Freitag (12. November). Erst vergangene Woche hatten sich Hersteller und Regierungen endgültig über die Finanzierung der milliardenschweren Mehrkosten für die insgesamt 170 Flugzeuge geeinigt. Die Unterlagen belegen der "FTD" zufolge jedoch, dass die Staaten für ihren vorläufigen Verzicht auf Strafzahlungen weitreichende Vertragsänderungen zulasten von Airbus durchgesetzt haben.

So solle die Auslieferung der von 60 auf 53 Maschinen reduzierten A400M-Flotte an die Bundeswehr im November 2014 beginnen. Dabei solle die Luftwaffe zunächst 40 Flugzeuge mit einem geringeren technischen Standard erhalten. Diese sollten später auf Kosten von Airbus aufgerüstet werden.

Voller Kaufpreis erst später fällig

Weil die Flugzeuge zuerst in einer Basisversion ausgeliefert werden, können die Kunden dem Bericht zufolge zwischen 16 und zwei Prozent des Preises zurückbehalten. Erst später sei der volle Betrag fällig.

Die Staaten übernehmen 3,5 Milliarden Euro der Mehrkosten, davon 1,5 Milliarden als Darlehen, das an den Exporterfolg des A400M gekoppelt ist. Der deutsche Anteil liegt bei 500 Millionen Euro, die von der Staatsbank KfW bereitgestellt werden. Das Ausfallrisiko trägt der Bund.

Zweifel an A400M-Exportprognose

Die Beraterfirma PricewaterhouseCoopers rechnet dem Bericht zufolge damit, dass Airbus nur 280 Flugzeuge exportieren kann. Dagegen hatte der Airbus-Mutterkonzern EADS wiederholt ein Exportvolumen von 400 bis 500 Maschinen genannt. Vom Gesamtabsatz hängt ab, ob der Konzern mit dem Projekt jemals Geld verdient.

Von: dpa-AFX, AFP
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