Entscheidung über A320-Neumotorisierung bis Jahresende A400M: EADS sieht Gewinnpotential

29.11.2010 - 12:30 0 Kommentare

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will mit dem Militärtransporter A400M trotz der bereits aufgelaufenen Belastungen noch Geld verdienen. Doch der Konzern stellt sich die Frage, ob er sich mit den vielen parallel laufenden Programme A380, A400M und A350 XWB nicht doch übernommen hat.

Zwei Airbus A400M stehen am 08.03.2010 auf dem Flughafen in Sevilla. - © © dpa/EADS, A. V. Lope -

Zwei Airbus A400M stehen am 08.03.2010 auf dem Flughafen in Sevilla. © dpa/EADS, A. V. Lope

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will trotz milliardenschwerer Belastungen an seinem Militärtransportflugzeug A400M langfristig Geld verdienen. "Wir sehen einen breiten globalen Absatzmarkt von 400 bis 500 Flugzeugen und gute Chancen, mit diesem Flugzeug langfristig Gewinne einzufahren", sagte EADS-Finanzvorstand Hans Peter Ring der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag".

Zu Monatsbeginn hatten sich die Abnehmerländer mit EADS über die Finanzierung des Projekts geeinigt. Mit der Vereinbarung könnten alle Beteiligten leben, sagte Ring. EADS musste für das Programm bereits Rückstellungen von vier Milliarden Euro bilden. Bei der Unterzeichnung des ursprünglichen Vertrages seien "entscheidende Fehler" gemacht worden. "Eine solche Vertragsstruktur mit Festpreisen würden wir heute nie mehr unterschreiben", sagte Ring.

Entscheidung über A320-Neumotorisierung bis Jahresende

Generell müsse sich EADS auch die Frage stellen, ob man sich mit den nahezu parallel laufenden Programmen A400M, A380 und A350 nicht zu viel vorgenommen habe. Bei der geplanten Überarbeitung der A320-Modelle werde man daraus Konsequenzen ziehen und prüfen, ob die entsprechenden Ressourcen überhaupt vorhanden seien und keine anderen Programme belastet werden. Die Entscheidung über die Neumotorisierung der A320-Modelle solle bis Jahresende fallen, bekräftigte Ring.

Ob es wegen der Triebwerksprobleme beim A380 zu Verzögerungen bei den Auslieferungen im nächsten Jahr kommen werde, lasse sich noch nicht sagen. "Das hängt entscheidend davon ab, wie schnell Rolls-Royce das Triebwerksproblem in den Griff bekommt.“

Von: dpa-AFX
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