A380-Programm wieder in Gefahr

10.10.2018 - 12:47 0 Kommentare

Emirates und Triebwerkshersteller Rolls Royce sind sich bei den Standards für die A380 uneinig. Der Golf-Carrier lässt eine Frist verstreichen und bringt damit den für Airbus wichtigen Auftrag in Gefahr.

Ein Airbus A380 der Emirates. - © © AirTeamImages.com  - James Baxter

Ein Airbus A380 der Emirates. © AirTeamImages.com /James Baxter

Das Überleben des A380-Programms steht wieder auf der Kippe. Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Bloomberg" werden sich Emirates und Triebwerkslieferant Rolls-Royce nicht bei den Standards über den Verbrauch der Triebwerke einig. Die beteiligten Unternehmen Airbus, Rolls-Royce und Emirates wollten sich nicht äußern.

So sagen beteiligte Personen, die nicht genannt werden wollen, dass Emirats mit der Effizienz der Triebwerke unzufrieden sei. In der Folge habe die Golf-Airline eine erste Frist zur Auswahl der Triebwerke verstreichen lassen. Dies könne Lieferverzögerungen verursachen und im schlimmsten Fall sogar den gesamten Auftrag gefährden, heißt es.

Engine Alliance bringt sich ins Spiel

Laut "Bloomberg" habe Konkurrenzhersteller Engine Alliance (EA) angeboten, Emirates mit ihren GP7200-Motoren zu beliefern, die einen "außergewöhnlichen Brennstoffverbrauch und Haltbarkeit" haben. Das Joint-Venture von GE Aviation und Pratt & Whitney stattet bereits die allerersten A380-Jets der Golf-Airline aus.

2014 wechselte Emirates für die noch offenen Bestellungen zu Konkurrenz-Hersteller Rolls-Royce und dessen Trent-900-Triebwerken. Engine Alliance setzte aufgrund fehlender Aufträge danach andere Schwerpunkte und brachte sich dem Bericht zufolge nicht konsequent genug ins Spiel als es um die Bestückung der 36 Neubestellungen ging.

Überlebenswichtiger Auftrag für A380-Programm

Airbus und Emirates haben im Januar einer Festbestellung von 20 Airbus A380-Linienflugzeugen sowie einer Option auf 16 zusätzliche Superjumbos unterschrieben. Damit sicherte der Golf-Carrier die Aufrechterhaltung des A380-Programms für die kommenden Jahre. Der Deal umfasst rund 16 Milliarden Euro.

Ohne den Auftrag hätte Airbus die Produktion des doppelstöckigen Flugzeugs wohl einstellen müssen. Nun wird die A380 mindestens noch zehn Jahre gebaut, wie der europäische Konzern weiter mitteilte. Airbus hofft, mit dem Emirates-Geschäft im Rücken weitere Kunden gewinnen zu können.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Kein Flop, aber auch kein herkömmlicher Erfolg Kommentar zur A380

Von: br
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