Formationsflug von Airbus A380 (hinten) und A400M (vorn) © Airbus 2011 /A. Ernoult
Die Risse in Teilen der A380-Flügel bremsen den Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS. Während das eigentliche Geschäft mit Flugzeugen, Hubschraubern und Weltraumraketen im ersten Quartal wieder ordentlich Gewinn abwarf, kosteten die Probleme an den Tragflächen von mehr als 70 der doppelstöckigen A380-Jets den Airbus-Mutterkonzern einen überraschend großen Teil seines Profits. Im Gesamtjahr will EADS die Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe jedoch auffangen: Am Gewinnziel für 2012 hielt der scheidende Finanzvorstand Hans Peter Ring am Mittwoch ausdrücklich fest.
Zurück in der Gewinnzone
Nach einem Verlust von 12 Millionen Euro ein Jahr zuvor verdiente der Airbus-Mutterkonzern von Januar bis März 133 Millionen Euro. Dies war allerdings nur gut halb so viel wie von Analysten erwartet. Der Umsatz legte hingegen dank gestiegener Flugzeugverkäufe und höherer Preise um 16 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten wuchs um 79 Prozent auf 343 Millionen Euro, verfehlte jedoch die Erwartungen der Analysten. Der Auftragseingang sprang um 92 Prozent auf 12 Milliarden Euro - vor allem dank der Bestellungen für den neuen Airbus-Kassenschlager A320neo, der Ende 2015 erstmals ausgeliefert werden soll.
Jetzt müssen allerdings erst einmal alle 71 A380-Jets, die bis Ende März rund um die Welt im Dienst waren, zurück in die Werkshallen. Grund sind Haarrisse in den Befestigungsklammern, die die Außenhaut der Tragflächen an den Flügelrippen befestigen. Dafür stellte der Konzern 158 Millionen Euro zurück - allerdings ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange. Mit jeder A380, die ausgeliefert wird, kommt vorerst ein weiterer Reparaturfall auf den Konzern zu, wie Finanzchef Ring einräumte. Erst Ende des Jahres werden die neuen Klammern auch in die neu produzierten A380 eingebaut.
Den neuem Langstreckenflieger A350 will Airbus unterdessen weiterhin spätestens im Juni 2014 erstmals ausliefern. Die Entwicklung des Flugzeugs, dessen Rumpf zu großen Teilen aus Karbonfaser besteht, sei allerdings weiterhin "sehr anspruchsvoll", sagte Ring. Analysten halten eine erneute Verschiebung des Zeitplans für möglich.
Produktionsrekord bleibt das Ziel
Die Reparaturen bremsen auch die Produktion des weltgrößten Passagierfliegers. Statt im Schnitt 2,7 Maschinen dürften je Monat nun nur 2,3 Exemplare der A380 fertig werden. Trotzdem peilt Airbus einen neuen Produktionsrekord an: 570 Flugzeuge, davon 30 A380, sollen in diesem Jahr fertig werden. Der Umsatz soll um "deutlich über sechs Prozent" steigen, der Gewinn soll trotz der Sonderbelastungen den Vorjahreswert von 1,27 Euro je Aktie übertreffen. Dies entspricht einem Überschuss von gut einer Milliarde Euro.
Eine neue Gewinnprognose stellte Ring erst für die zweite Jahreshälfte in Aussicht, wenn das neue Management unter der Führung des bisherigen Airbus-Chefs Tom Enders im Amt ist. Finanzchef Ring und Vorstandschef Louis Gallois gehen dann in den Ruhestand.
Eurocopter legt kräftig zu
Im ersten Quartal zeigte die Entwicklung auch in den übrigen Konzernsparten nach oben. Eurocopter verbuchte dank der Auslieferung von Super-Puma-Hubschraubern einen Umsatzsprung um fast die Hälfte und konnte den operativen Gewinn mehr als verdoppeln. Auch die Raumfahrtsparte Astrium verdiente besser. Die Rüstungssparte Cassidian, die unter den Kürzungen in den europäischen Verteidigungsbudgets leidet, konnte ihren Gewinn bei höherem Umsatz immerhin stabil halten. Hier drückten Kosten für den Geschäftsumbau aufs Ergebnis.
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