Allererste A380-Jets sollen zerlegt werden

05.06.2018 - 12:44 0 Kommentare

Vier A380-Doppelstöcker hat die Dr. Peters Group bei Singapore Airlines untergebracht. Nachdem die Leasing-Verträge nun ausgelaufen sind, ist klar, was mit den ersten beiden Maschinen passieren soll. Die Anleger müssen der Lösung noch zustimmen.

A380-800 von Singapore Airlines. - © © AirTeamImages.com - Andrew Hunt

A380-800 von Singapore Airlines. © AirTeamImages.com /Andrew Hunt

Dr. Peters Group hat eine Lösung für die beiden Flugzeugfonds der ersten beiden A380-Maschinen von Singapore Airlines gefunden. Die Flugzeuge, die hinter den beiden Fonds mit den Nummern 129 und 130 stehen, sollen zerlegt und ihre Einzelkompenenten veräußert werden, heißt es vom Dortmunder Leasing-Geber, der damit Gerüchte aus dem Sommer 2017 bestätigt.

Mit dem jetzt erarbeiteten Konzept können die Investoren über einen Zeitraum von rund zwei Jahren weitere hohe Auszahlungen erwarten, die einschließlich der bisherigen Rückflüsse zu einem sehr ansehnlichen Ergebnis führen.

Dr. Peters Group

Eine Lösung für die beiden Fonds zu finden, war notwendig geworden, weil Singapore Airlines die beiden Maschinen mit den Kennung 9V-SKA und 9V-SKB nach zehn Jahren Leasing nicht weiter betreiben will. In Verhandlungen mit weiteren Airlines wie British Airways oder Iran Air hätte sich der nun favorisierte Weg herauskristallisiert.

Alternativ hat das Dortmunder Unternehmen über neue Leasing-Verträge und den Verkauf der Maschinen verhandelt. Beides war aber nicht zu den gewünschten Konditionen realisierbar, heißt es. Über die nun gefundene Lösung müssen die Fonds-Investoren Ende des Monats noch abstimmen. Über den Verkauf der Einzelteile sollen 145 bis 155 Prozent der Investitionen an die Anleger zurückfließen.

Verkauf soll 45 Millionen Dollar einbringen

Der Komponentenverkauf ist für zwei Jahre veranschlagt und soll insgesamt 45 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 38 Millionen Euro) einbringen. Die hohe Prognose resultiert aus dem Umstand, dass viele Airlines mit A380-Flotte ihre Flugzeuge nun zur Wartung geben müssten und so die Nachfrage nach Ersatzteilen zunehmen werde, ist sich Dr. Peters Group sicher.

Bereits Anfang kommenden Jahres soll beispielsweise der Verkauf von Fahr- oder Hilfstriebwerken eine erste Auszahlung an die Investoren bringen. Die Koordination des Komponentenverkaufs übernimmt VAS Aero Services.

Flugzeug-Leasing der Dr. Peters Group

*=Leasing-Vertrag läuft Ende 2018 aus. | Quelle: ch-Aviation

Neben den Maschinen der Fonds 129 und 130, die aktuell in Tarbes geparkt sind, hat Dr. Peters Group noch zwei weitere A380-Maschinen bei Singapore Airlines untergebracht. Die eine befindet sich gerade in der Rückführung; für die andere ist der Leasing-Vertrag noch einmal um wenige Monate bis Jahresende verlängert worden.

Der Markt für den Flugzeugtyp A380 hat sich in den vergangenen Jahren "nicht positiv" entwickelt, betont Dr.-Peters-Group-Chef Anselm Gehling. Viele Airlines setzen immer mehr auf der Langstrecke auf kleinere Flugzeugtypen und stornieren ihre Bestellungen für den Doppelstöcker bei Airbus. Durch eine große Order der Großkundin Emirates ist die A380-Produktion aber erst einmal gesichert.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Kein Flop, aber auch kein herkömmlicher Erfolg Kommentar zur A380

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Airbus A380: "Dieses Flugzeug ist umstritten." "Das Kerngeschäft einer Airline ist es nicht, Flugzeuge zu besitzen"

    Interview Der Chef des Leasing-Gebers Dr. Peters Group, Anselm Gehling, erklärt im Gespräch mit airliners.de die verschiedenen Finanzierungsmodelle für Flugzeuge, wie man an Ersatzteile für die Maschinen bekommt und warum Singapore Airlines die ersten beiden A380 komplett in weiß zurückgeben muss.

    Vom 07.06.2018
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Hauptversammlung 2018. Lufthansa-Chef sieht Grenzen des Wachstums

    Ungebremste Expansion und stetig sinkende Preise gehören nach Ansicht von Lufthansa-Chef Spohr der Vergangenheit an - nicht nur bei seiner Airline. Denn Personal und Ressourcen sind knapp geworden, sagte er bei der Lufthansa-Hauptversammlung.

    Vom 08.05.2018
  • Jean-Marc Janaillac. Air-France-Chef tritt im Streit um Tariferhöhung zurück

    Trotz steigender Passagierzahlen und einem operativem Gewinnsprung bei KLM kommt der französisch-niederländische Konzern Air France-KLM nicht aus den roten Zahlen. Grund sind Streiks bei Air France. Chef Jean-Marc Janaillac gibt nun sein Amt ab.

    Vom 04.05.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »