ILA 2010

A380-Deal weckt Hoffnung auf Folgeaufträge

09.06.2010 - 18:58 0 Kommentare

Nachdem Emirates mit ihrer am Dienstag verkündeten, erneuten A380-Großbestellung ihre Zufriedenheit mit dem Großraumflieger demonstriert hat, hoffen EADS und Zulieferer nun auf Folgeaufträge.

Emirates Airbus A380 im Anflug - © © AirTeamImages.com, P. Noret -

Emirates Airbus A380 im Anflug © AirTeamImages.com, P. Noret

Nach der A380-Großbestellung der Emirates hoffen auch deutsche Unternehmen auf weitere Aufträge. So rechnet der größte deutsche Triebwerkshersteller MTU damit, dass die von Emirates georderten 32 Airbus A380 auch mit Triebwerken ausgestattet werden, die von MTU mitentwickelt worden sind.

MTU sei wegen der Erholung am Luftfahrtmarkt für dieses Jahr zuversichtlich, sagte Vorstandschef Egon Behle am Mittwoch auf der Luftfahrtschau ILA in Berlin-Schönefeld. An der bisherigen Prognose mit einem stabilen Umsatz (2009: 2,6 Mrd Euro), operativem Gewinn und Überschuss werde festgehalten.

Auch die Franke Aquarotter AG aus dem brandenburgischen Ludwigsfelde wird von der A380-Bestellung der Emirates profitieren: Das mittelständische Unternehmen rüstet bereits seit einigen Jahren Airbus-Flugzeuge mit Wascharmaturen und Systemen zur Frischwasserversorgung aus. 1300 - in zum Teil aufwendiger Handarbeit gefertigte - Komponenten braucht es, um im A380 kaltes oder warmes Wasser fließen zu lassen. Das Unternehmen ist jetzt auch für die Ausstattung der 32 neu bestellten A380 zuständig.

Aber auch der Airbus-Konzern EADS geht nun von Folgeaufträgen für das größte Passagierflugzeug der Welt aus. EADS-Chef Louis Gallois sagte auf der ILA: «Dieser neue Auftrag war der Säuretest für das Flugzeug.» Ein Unternehmen, das mehr als ein Jahr zehn A380 betreibe, habe sich für einen Nachkauf entschieden. «Dies ist die beste Referenz für das Flugzeug.»

Gallois erwartet, dass der A380 für EADS ab 2014/2015 rentabel ist, wie er der französischen Wirtschaftszeitung „Les Échos“ (Mittwoch) sagte.

Airbus: Deutschland braucht 90 bis 100 A380

Alleine die deutschen Fluggesellschaften werden nach Einschätzung von Airbus in den nächsten 20 Jahren 90 bis 100 Großflugzeuge der Typen A380 oder Boeing 747 kaufen. Insgesamt benötige Deutschland in dem Zeitraum rund 1150 neue Verkehrsflugzeuge für 144 Milliarden Dollar, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy am Dienstag auf der Berliner Luftfahrtmesse ILA.

«Deutschland wird bei der Auslieferung von Flugzeugen auf Platz drei in der Welt sein», sagte Leahy. Die Lufthansa, die gerade ihren ersten A380 erhalten hat, werde ihre führende Position ausbauen. Trotz der bisher schwersten Krise des Luftverkehrs ist der Flugverkehr in Deutschland im abgelaufenen Jahrzehnt um gut ein Drittel gewachsen.

Dabei nahm der Flugverkehr nach Nah- und Mittelost um 180 Prozent zu. Der China-Verkehr wuchs laut Leahy um 117 Prozent und der Indienverkehr um 131 Prozent. Leahy sieht in dem Trend eine Bestätigung für den A380, der für den Verkehr zwischen großen Drehkreuzen konzipiert ist.

Von: dpa, ddp, airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus