A350-Triebwerke kommen künftig auch aus Deutschland

14.06.2017 - 16:59 0 Kommentare

Die Motoren für Flugzeuge des Typs A350 kommen in Zukunft auch aus Dahlewitz bei Berlin. Dort hat Rolls-Royce nun eine Montagelinie gestartet. Die Produktion der Triebwerke soll in Dahlewitz Arbeitsplätze sichern.

Blick in eine Produktionshalle in Dahlewitz (Brandenburg). Die Triebwerke vom Typ Rolls-Royce Trent XWB sind unter anderem für A350 gedacht.

Blick in eine Produktionshalle in Dahlewitz (Brandenburg). Die Triebwerke vom Typ Rolls-Royce Trent XWB sind unter anderem für A350 gedacht.
© dpa - Bernd Settnik

Flugzeugtriebwerk vom Typ Rolls-Royce Trent XWB

Flugzeugtriebwerk vom Typ Rolls-Royce Trent XWB
© dpa - Ralf Hirschberger

Triebwerk einer A350

Triebwerk einer A350
© airliners.de - Christian Höb

Airbus A350 XWB

Airbus A350 XWB
© Airbus

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat jetzt die Produktion von Triebwerken für den Langstreckenjet Airbus A350 in Deutschland offiziell gestartet. Pro Woche sollen in Dahlewitz bei Berlin zwei XWB-Antriebe fertiggestellt werden. Der Konzern hat für die neue Montagelinie insgesamt mehr als 100 Millionen Euro investiert.

Die Produktion ergänzt die Fertigung in Großbritannien, wo bis zu fünf Triebwerke pro Woche montiert werden. Erstmals stellt Rolls-Royce damit auch in Deutschland Triebwerke für Großraumflugzeuge her, bisher wurden in Dahlewitz bereits Triebwerke für kleinere und mittlere Jets produziert.

Beim offiziellen Produktionsstart sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), alle wüssten um die Bedeutung des freien Handels und der Probleme mit dem Brexit. Die Bundesregierung wolle bei den Brexit-Verhandlungen die Wünsche der Firmen in Deutschland einbringen. Rolls-Royce hat seinen Hauptsitz in Großbritannien.

In Dahlewitz arbeiten rund 2500 Menschen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erinnerte daran, dass das britische Unternehmen sich bereits 1993 für den brandenburgischen Standort entschieden habe. Von dort wurden bislang rund 7000 Triebwerke ausgeliefert, unter anderem für den Airbus A320.

Inzwischen arbeiten in Dahlewitz rund 2500 Menschen. Die Produktion der großen Turbinen solle die Zahl der Arbeitsplätze sichern, wenn die Fertigung kleinerer und mittlerer Turbinen erwartungsgemäß sinke, sagte Deutschland-Chef Paul O'Neil.

Der Airbus A350 ist das Konkurrenzmodell zur Boeing 787 "Dreamliner". Alle A350-Maschinen, die in Toulouse in Frankreich montiert werden, werden mit Triebwerken von Rolls-Royce ausgestattet. Der Konzern verbucht für diesen Typ derzeit 1600 Bestellungen.

Der Chef von Rolls-Royce für die zivile Luftfahrt, Eric Schulz, zeigte sich bei der Feier zuversichtlich, dass bis Mitte der 2020er Jahre mehr als die Hälfte aller Großraumflugzeuge von Triebwerken des Konzerns angetrieben werden. Dahlewitz habe dabei als einer von weltweit jetzt drei Rolls-Royce-Standorten für große Triebwerke eine Schlüsselfunktion.

© airliners.de, Christian Höb Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef erwägt A350 für Eurowings

Rolls-Royce hatte im vergangenen Jahr global einen Umsatz von 13,8 Milliarden britischen Pfund (15,6 Milliarden Euro) erzielt - die Hälfte davon aus dem Servicegeschäft. Zum Jahresende lag der Auftragsbestand bei 80 Milliarden britischen Pfund. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei mehr als 50.000.

Von: ch, dpa
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