A350 mit der MSN001 in der Endmontage in Toulouse. © Airbus
In der Bundesregierung gibt es offenbar Ärger über nicht eingehaltene Zusagen bei der Anschubfinanzierung für das Prestigeprojekt Airbus A350. Nach Informationen des "Handelsblattes" hält die Regierung rund 600 Millionen Euro an Hilfen zurück. Bei dem Geld soll es sich um die zweite Tranche der vereinbarten Anschubfinanzierung von insgesamt 1,1 Milliarden Euro handeln, die Deutschland für die Entwicklung des Langstreckenflugzeugs zugesagt hat.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bestätigte am Mittwoch, dass die Frage von Krediten der KfW im Zusammenhang mit der Verteilung von Arbeits- und Forschungsanteilen aufgeworfen worden sei. "Darüber gibt es zumindest Gespräche mit dem Konzern EADS", sagte er, nannte aber keine näheren Einzelheiten.
Zwischen der Bundesregierung und dem Flugzeugbauer schwelt seit Monaten ein Streit über die Verteilung der Airbus-Wertschöpfung zwischen Deutschland und Frankreich. Bereits im Februar hatte der deutsche Luft- und Raumfahrtkoordinator Peter Hintze (CDU) EADS-Chef Tom Enders angemahnt, mehr qualifizierte Arbeitsanteile bei der A350-Entwicklung in das deutsche Airbus-Werk nach Hamburg zu ziehen. Enders lehnte dies ab.
Die Regierungen in Paris, Berlin und London unterstützen Airbus traditionell mit Krediten bei der Entwicklung neuer Flugzeuge. Im Gegensatz zu Deutschland hätten Großbritannien und Frankreich mit jeweils 1,1 Milliarden Euro die volle Summe für die A350 bereits überwiesen, schreibt die Zeitung.
Die A350 ist derzeit das wichtigste Projekt des europäischen Flugzeugbauers. Die EADS-Tochter will mit der mindestens zehn Milliarden Euro teuren Entwicklung den Vorsprung von Boeing bei Langstreckenflugzeugen aufholen. Wie bei dem Boeing-Konkurrenten Dreamliner soll auch die A350 einen Rumpf aus Kohlefaser erhalten. Der Termin für die Erstauslieferung wurde bereits verschoben. Jetzt ist sie für das zweite Halbjahr 2014 geplant.
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