Ein Déjà-vu in Hamburg

12.02.2016 - 14:05 0 Kommentare

Die Übergabe des ersten Airbus A320neo an Lufthansa wurde jetzt nochmal nachgestellt. Macht nichts, findet airliners.de-Chefredakteur David Haße: Ein mehrfaches "Daumen hoch" kann bei einem "Brot und Butter"-Flugzeug nicht schaden.

Das erste Mal "Daumen hoch" bei der echten Erstauslieferung am 20. Januar (oben) und das zweite Mal bei der nachgefeierten Erstauslieferung am 12. Februar 2016.

Das erste Mal "Daumen hoch" bei der echten Erstauslieferung am 20. Januar (oben) und das zweite Mal bei der nachgefeierten Erstauslieferung am 12. Februar 2016.
© Lufthansa (oben) / © dpa, Lukas Schulze (unten)

First to fly A320neo: Airbus und Lufthansa feiern am 12. Februar 2016 in Hamburg offiziell die Erstauslieferung.

First to fly A320neo: Airbus und Lufthansa feiern am 12. Februar 2016 in Hamburg offiziell die Erstauslieferung.
© dpa

Fabrice Bregier (l), Vorstandsvorsitzender von Airbus, und Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Group.

Fabrice Bregier (l), Vorstandsvorsitzender von Airbus, und Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Group.
© dpa - Lukas Schulze

Ein Airbus A320neo auf dem Werksgelände von Airbus in Hamburg.

Ein Airbus A320neo auf dem Werksgelände von Airbus in Hamburg.
© dpa - Lukas Schulze

Airbus A320neo der Lufthansa landet in Frankfurt.

Airbus A320neo der Lufthansa landet in Frankfurt.
© Lufthansa

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Vielleicht hatten Airbus und Lufthansa Ende Januar selbst nicht wirklich an die Übergabe geglaubt: Lediglich ein "Daumen hoch"-Foto gab es für die Presse, als die allererste A320neo an den Launch-Customer Lufthansa ausgeliefert wurde. Jetzt wurde das Feiern nachgeholt.

Mit großem Brimborium stellten Airbus und Lufthansa rund drei Wochen nach der Auslieferung die erste Übergabe in Hamburg im Rahmen einer großen Veranstaltung nochmal nach. Sogar ein neues "Daumen hoch"-Foto gab es dabei. Das zeigt jetzt zwar nur noch drei statt fünf Menschen - dafür stehen dieses Mal gleich zwei neue Lufthansa-Flugzeuge im Hintergrund.

Kein noch größerer Großraum-Doppeldecker

Dabei hatte das Fehlen einer Übergabezeremonie vor drei Wochen niemand ernsthaft vermisst. Warum auch? Für Lufthansa gibt es mit dem neuen Standardrumpf-Airbus prestigemäßig keinen großen Blumenstrauß zu gewinnen: Für die Passagiere bieten die neuen "Drei-zwanziger" Dank zwölf zusätzlicher Sitze sogar weniger Komfort als die alten. Die neuen "Brot und Butter"-Flieger helfen einfach, Sprit zu sparen und den Ertrag zu maximieren.

Airbus dagegen hatte sich die Erstauslieferung ohnehin anders vorgestellt, aber Qatar Airways wollte plötzlich wegen kleiner Anlass-Probleme der Triebwerke nicht mehr. Und mit diesen Voraussetzungen gilt auch für den Flugzeugbauer: Viel prestigeträchtige Presse wird es ohnehin nicht geben. Die A320neo ist zwar wirtschaftlich extrem wichtig für Airbus - aber sie ist nun mal kein noch größerer Großraum-Doppeldecker als die A380.

© dpa, Lukas Schulze Lesen Sie auch: Triebwerksprobleme beim A320neo sollen bis April gelöst werden

Dass die Übergabezeremonie nun erst mit der Auslieferung des zweiten Flugzeugs nachgeholt wurde, ist daher absolut nicht schlimm: Der neo-Airbus ist nunmal im Vergleich zu seinem Vorgänger so unscheinbar - man hätte für den Festakt wohl getrost sogar noch ein paar weitere Wochen ins Land streichen lassen können.

Ohne groß aufzufallen fliegt das Flugzeug ohnehin schon seit Wochen im tagtäglichen Liniendienst, und das offenbar für ein neues Flugzeug mehr oder weniger problemlos. Vor diesem Hintergrund wirkt mehfaches "Daumen hoch" dann sogar ganz passend.

© Andreas Spaeth, Lesen Sie auch: Der unglamouröseste Erstflug aller Zeiten

Über den Autor

David Haße David Haße ist Herausgeber und Chefredakteur von airliners.de. Der studierte Marketing- und Kommunikationsfachmann ist beruflich seit rund 15 Jahren in der Onlinebranche zu Hause. 2007 wagte er mit dem zuvor als Projekt gestarteten airliners.de den Schritt in die Selbständigkeit. Kontakt: david.hasse@airliners.de

Von: dh
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