737-Max-Probleme kosten Tui bis zu 300 Millionen Euro

15.05.2019 - 11:01 0 Kommentare

Das Grounding der 737 Max-Flotte belastet Tui mit mindestens 200 Millionen Euro Mehrkosten. Bleiben die Maschinen bis Ende des Sommers am Boden, geht der Konzern von deutlich höheren Kosten aus.

Cockpit einer 737 Max der Tui - © © 2018 Tui -

Cockpit einer 737 Max der Tui © 2018 Tui

Das Startverbot für die Boeing 737-Max droht dem weltgrößten Reisekonzern Tui den Gewinn so stark zu verhageln wie befürchtet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Tui-Chef Fritz Joussen beim operativen Gewinn mit einem Einbruch um bis zu 26 Prozent, teilte der Konzernchef bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in Hannover mit.

Sollten die 15 Boeing 737-Max des Konzerns ab Mitte Juli wieder fliegen dürfen, beliefen sich die Einmaleffekte auf etwa 200 Millionen Euro. Sollte das Grounding allerdings die gesamte Sommersaison bestehen, rechnet Tui mit Kosten von bis zu 300 Millionen Euro.

© Sun Express, Lesen Sie auch: Sun Express plant gesamten Sommer ohne 737 Max

Falls bis Ende Mai nicht hinreichend sicher sei, dass die Maschinen wieder abheben können, werde Tui Ersatzmaßnahmen wie Leasingverträge für andere Jets für den Rest des Sommers vollständig verlängern müssen, teilte der Konzern mit.

Zuletzt hieß es in US-Medienberichten, dass die 737 Max bis in den August gegroundet bleibt.

Im vergangenen Winterhalbjahr bis Ende März trieb das Flugverbot für die Boeing-Maschinen den Tui-Konzern bereits tiefer in die roten Zahlen. Der saisontypische Nettoverlust stieg um mehr als ein Fünftel auf 341 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um knapp zwei Prozent auf fast 6,7 Milliarden Euro stieg.

Joussen sieht Tui auf Kurs

Angesichts der jüngsten Pleiten und Übernahmen im Luftfahrtgeschäft sieht Joussen den Konzern aber gut gerüstet: "Aus der derzeitigen Konsolidierung der Branche in Europa wird Tui stärker, effizienter und profitabler hervorgehen."

Das Geschäft für den Sommer läuft allerdings nicht so gut an. Die Buchungen lägen drei Prozent niedriger als im Vorjahr, die Preise ein Prozent höher, hieß es. Zugleich seien die Gewinnspannen für den Veranstalter geringer als noch 2018.

Von: hr, dpa
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