737 Max bleibt mindestens bis August am Boden

23.04.2019 - 07:02 0 Kommentare

Das weltweite Boeing-737-Max-Grounding bleibt länger in Kraft als von einigen Airlines antizipiert. An einem dreimonatigen Review-Verfahren zur Wiederzulassung nehmen jetzt zehn internationale Luftfahrtbehörden teil.

Boeing 737-Max-Flugzeuge von Tui stehen am Flughafen Brüssel-Zaventem - © © dpa - Frederik Ureel/BELGA

Boeing 737-Max-Flugzeuge von Tui stehen am Flughafen Brüssel-Zaventem © dpa /Frederik Ureel/BELGA

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine internationale Überprüfung der jüngsten Neuerungen an Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max angekündigt. Laut einer FAA-Mitteilung werden insgesamt zehn internationale Luftfahrtbehörden an dem Joint Authorities Technical Review (JATR) beteiligt sein.

An der gemeinsamen Prüfung werden die Luftfahrtbehörden von Australien, Brasilien, China, der EU, Indonesien, Japan, Kanada, Singapur und der Vereinigten Arabischen Emirate Vertreter entsenden. Hinzu kommen Experten der FAA und der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Review-Verfahren bis Ende Juli

Nach Angaben der FAA soll das internationale JATR-Team eine umfassende Überprüfung des automatisierten Flugsteuerungssystems durchführen. Dabei gehe es um die Software und die Interaktion der Piloten mit dem System. Dabei wollen die internationalen Behörden auch ermitteln, ob "möglicherweise Verbesserungen erforderlich" sind. Das Verfahren soll am 29. April beginnen und 90 Tage dauern.

Boeing-Chef Dennis Muilenburg hatte sich vor Ostern noch zuversichtlich gezeigt und von "laufenden Fortschritten" beim Zertifizierungsverfahren gesprochen. Am Mittwoch hatte der Hersteller einen letzten Testflug für sein neu entwickeltes Update für das Trimsystem MCAS vorgenommen.

Airlines müssen länger ohne Max planen

Damit dauert die Wiederzulassung der Maschine allem Anschein nach länger als von einigen angenommen. Das bringt die Airlines in weitere Bedrängnis, die die Boeing 737 Max für den Sommer einsetzen wollen. So hatte Tui bereits angekündigt, bis Mitte Juli Kapazitäten am Markt hinzuzuleasen. Etliche andere Fluggesellschaften machten ähnliche Planungen. Die großen US-Carrier Southwest und American Airlines haben ihre Max-Flotten bis Mitte August eingemottet.

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Nach zwei Abstürzen von Maschinen des Typs Boeing 737 Max binnen weniger als fünf Monaten gilt derzeit ein weltweites Flugverbot für dieses Modell. Als Ursache beider Abstürze steht das Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) im Verdacht, das speziell für die Boeing 737 Max entwickelt wurde. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

Von: dh mit AFP, dpa
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