Meilenstein für Airbus

6000. Airbus geht in Dienst

15.01.2010 - 16:45 0 Kommentare

37 Jahre und 82 Tage nach dem Jungfernflug des ersten Airbus am 28. Oktober 1972 in Toulouse wird am 18. Januar im Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder der 6.000. Airbus ausgeliefert. Kunde der Jubiläumsmaschine ist die arabische Emirates. Die Auslieferung dokumentiert eine eindrucksvolle Erfolgsstory.

Der 6000. Airbus wurde am 18. Januar 2010 an Emirates übergeben. - © © airliners.de - O. Pritzkow -

Der 6000. Airbus wurde am 18. Januar 2010 an Emirates übergeben. © airliners.de - O. Pritzkow

Der arabische Großkunde Emirates aus Dubai erhält von Airbus-Chef Tom Enders am 18. Januar 2010 nicht nur ihren achten und den weltweit 25. A380 sondern zugleich auch den 6.000. Airbus überhaupt.

Airbus hat in den vergangenen Jahren nicht nur den amerikanischen Branchenprimus Boeing vom ersten Rang verdrängt, sondern auch amerikanische Produktionsmaßstäbe auf Europa übertragen. Verlief der Verkauf der ersten Airbus-Flugzeuge in den 70er Jahren noch mehr als schleppend - es gab sogar einmal ein Jahr, da wurde nur ein einziger Airbus verkauft - so haben sich die Produktionsziffern in jüngster Zeit in atemberaubendem Tempo erhöht.

Nachdem Air France 1974 den ersten Airbus A300B in den Liniendienst übernommen hatte, wurde erst 19 Jahre später 1993 der 1.000. Airbus ausgeliefert. Nur noch sechs Jahre vergingen, bis Airbus 1999 sein 2.000. Flugzeug auslieferte. Nun wurden die Abstände immer kürzer: Nummer 3.000 folgte im Jahre 2002, Nummer 4.000 im Jahre 2005 und der 5.000. Airbus wurde am 14. Dezember 2007 ausgeliefert.

Das war nun wirklich amerikanisches Tempo. Schneller ist nie ein Flugzeughersteller an die erste Stelle gestürmt. Im vorigen Jahr erreichte Airbus mit 498 ausgelieferten Flugzeugen einen neuen Rekord. Jeden Monat wurden 41 Flugzeuge fertig, vom kleinsten Airbus A318 bis zum Giganten A380. Einzig beim A380 wurde 2009 das Ziel verfehlt und nur zehn statt 13 Maschinen fertig gestellt.

Moneymaker A320

Auch wenn der A380 heute das Flaggschiff dieses europäischen Luftfahrtkonzerns ist, sein Geld hat Airbus in den vergangenen Jahren vor allem mit der A320-Familie gemacht. Seit dem Erstflug des ersten Airbus A320 am 22. Februar 1987 in Toulouse sind nicht weniger als 6.528 Twinjets dieser Flugzeugfamilie bestellt worden, von denen bereits 4.125 ausgeliefert worden sind.

Das 4.000. Flugzeug der A320-Familie hat die brasilianische TAM Airlines am 28. August 2009 erhalten. Wird der Airbus A320 vor allem in Toulouse endmontiert, so ist Finkenwerder die Heimat der drei anderen Familienmitglieder A318, A319 und A321 geworden. Das sind abgeleitete verkürzte und verlängerte A320-Versionen. Monatlich werden in Hamburg und Toulouse 34 Exemplare dieser Familie flügge.

Schwieriger Start

Über allen stolzen Erfolgsmeldungen der vergangenen vier Jahrzehnte wird manchmal übersehen, dass der europäische Flugzeughersteller in seinen Gründerjahren auch manche bittere Niederlage erdulden musste. Bis zum Jahre 2000 stürzten 16 verschiedene Airbus weltweit aus den unterschiedlichsten Gründen ab. Zwar waren die meisten dieser Unfälle auf sogenanntes menschliches Versagen zurückzuführen, aber trotzdem stellten sie eine erhebliche Belastung für das Ansehen des größten multinationalen europäischen Unternehmens dar, für das heute über 52.000 Menschen arbeiten.

Dass Airbus heute einen Auftragsbestand von über 3.500 Flugzeugen hat, sichert den Mitarbeitern dieser Industrie feste Arbeit für die nächsten sieben Jahre. Der letzte Airbus A300 wurde erst am 12. Juli 2007 an die amerikanische Frachtfluggesellschaft FedEx übergeben - eine eindrucksvolle Bestätigung für die Langlebigkeit heutiger Flugzeugmodelle. Das Modell wurde 35 Jahre lang gebaut. Auf der Basis der A300 lief 1978 das A310-Programm an, mit dem Airbus der Durchbruch auf dem Weltmarkt gelang. Die ersten Airbus A310 nahmen im April 1983 ihren Dienst bei der Deutschen Lufthansa und der Swissair auf. Sie sind längst aus dem Passagier-Liniendienst ausgemustert, doch viele von ihnen fliegen noch immer als umgebaute Frachter. Insgesamt gehen heute noch mehr als 5.700 der 6.000 gebauten Airbus-Maschinen regelmäßig in die Luft.

Von: dpa, Karl Morgenstern
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