BDL-Report "Energieeffizienz und Klimaschutz"

3,9-Liter-Flugzeug ist Realität

04.10.2012 - 15:14 0 Kommentare

Flugzeuge sind viel effizienter als ihr Ruf. Das geht aus dem ersten vorgelegten Nachhaltigkeitsreport der deutschen Luftverkehrswirtschaft hervor. Der Bericht soll die Effizienzsteigerung der Branche ab sofort jährlich dokumentieren. Und die bislang erzielten Erfolge sind in der Tat beachtlich.

Durchschnittlicher Verbrauch der deutschen Flotte weniger als vier Liter

Durchschnittlicher Verbrauch der deutschen Flotte weniger als vier Liter
© BDL

Entkopplung des Kerosinverbrauchs vom Verkehrswachstum

Entkopplung des Kerosinverbrauchs vom Verkehrswachstum
© BDL

Entkopplung von Co2-Emissionen und Verkehrswachstum von 1990-2010

Entkopplung von Co2-Emissionen und Verkehrswachstum von 1990-2010
© BDL

Kerosinbedarf pro Passagier auf 100 Kilometer

Kerosinbedarf pro Passagier auf 100 Kilometer
© BDL

Anteil Kraftstoffkosten an den operativen Gesamtkosten

Anteil Kraftstoffkosten an den operativen Gesamtkosten
© BDL

Durch zeitweilig gesperrte Lufträume erzwungene Umwege

Durch zeitweilig gesperrte Lufträume erzwungene Umwege
© BDL

Ein Passagier eines deutschen Flugzeugs hat 2011 durchschnittlich 3,92 Liter Kerosin auf 100 Kilometer verbraucht. Das ist rund ein Prozent weniger als 2010 und sogar rund 37 Prozent weniger als noch 1991. Zu diesem Ergebnis kommt der erste Energieeffizienz-Report des Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), der heute erstmals vorgelegt wurde.

Eine Umfrage habe ergeben, dass moderne Flugzeuge trotz ihrer Effizienz bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung immer noch als "Sprittfresser" wahrgenommen werden, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch bei der Präsentation des Reports heute in Berlin. Gleichzeitig arbeite die Branche daran, die Energieeffizienz noch weiter zu verbessern.

Der Luftverkehr sei sich trotz des relativ betrachtet recht kleinen Anteils von nur rund 2,5 Prozent an den weltweiten CO2-Ausstößen  seiner "hohen klimapolitischen Verantwortung" bewusst, so Siegloch. Vor jedem anderen Wirtschaftssektor haben sich Fluggesellschaften, Flugzeughersteller und Flughäfen international auf klare Umwelt- und Klimaziele verständigt.

Der BDL wolle ab sofort jährlich einen Bericht vorlagen, um die Erfolge der Branche für Deutschland zu dokumentieren. Und die Erfolge sind in der Tat beachtlich: Obwohl sich der Verkehr an deutschen Flughäfen seit vor zwanzig Jahren mehr als verdreifacht hat, habe sich der Kerosinverbrauch in diesem Zeitraum weniger als verdoppelt. Dem Bericht zufolge sind die CO2-Emissionen im innerdeutschen Luftverkehr dabei sogar um 14 Prozent gesunken.

Der BDL sieht die Zahlen als Beleg, dass es der Branche gelungen ist, auch ohne staatliche Regulierung Schadstoffausstoß vom Wachstum zu entkoppeln und sogar für eine absolute Abnahme zu sorgen. In der Tat machen Kraftstoffkosten heute laut IATA-Angaben im Durchschnitt rund ein Drittel der der operativen Gesamtkosten einer Fluggesellschaft aus. Damit hat sich der Anteil der Kerosinkosten in nicht einmal zehn Jahren mehr als verdoppelt. Kein Wunder also, dass es im Interesse der Airlines liegt, möglichst effizient zu fliegen.

In Deutschland legen übrigens sowohl Lufthansa als auch Air Berlin einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht vor. So will Air Berlin in den kommenden fünf Jahren ihren Treibstoffverbrauch von jetzt 3,5 auf durchschnittlich drei Liter pro Passagier und 100 Kilometer verringern. Ähnliche Ziele hat Lufthansa. Deutschlands größte Airline liegt aber aktuell bei noch rund 4,2 Litern.

Im BDL-Report "Energieeffizienz und Klimaschutz" sind unter anderem die Entwicklungen von Verkehrswachstum, Kerosinverbrauch und CO2-Emissionen dargestellt. Zudem werden die weiteren Ziele der Luftverkehrswirtschaft für einen nachhaltigen Luftverkehr erläutert.

BDL-Report "Energieeffizienz und Klimaschutz" 2012 (PDF, 2,5 MB)

Von: airliners.de mit dapd
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