IATA-Flugunfallstatistik

2009: Weniger Unfälle, mehr Tote

18.02.2010 - 16:39 0 Kommentare

Der internationale Airlineverband IATA hat die Flugunfallstatistik für das vergangene Jahr veröffentlicht. Demnach sank die Anzahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr. Diese forderten jedoch mehr Todesopfer.

Ein Flugzeug startet vor zwei Kondensstreifen - © © dpa, F. Rumpenhorst -

Ein Flugzeug startet vor zwei Kondensstreifen © dpa, F. Rumpenhorst

Fliegen ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich sicherer geworden. Nach Angaben der Internationalen Luftfahrtvereinigung IATA vom Donnerstag hat es im vergangenen Jahr auf 1,4 Millionen Flügen westlicher Flugzeugmuster einen Unfall gegeben. Das sei gegenüber dem Jahr 2000 ein Rückgang von 36 Prozent, meldete der Verband aus dem kanadischen Montreal. Damit sei das Jahr 2009 das zweitsicherste in der Geschichte der westlichen Luftfahrt gewesen. Nur das Jahr 2006 habe noch weniger Unglücke gesehen. Insgesamt starben im vergangenen Jahr 685 Menschen bei Abstürzen westlicher Flugzeugmuster.

Die IATA-Statistiker errechneten für das vergangene Jahr 0,71 Verluste bei je einer Million Flüge. Das sei schlechter als der 2006-Wert von nur 0,65 Abstürzen, aber deutlich besser als die 0,81 des Jahres 2008. «Sicherheit hat in der Branche höchste Priorität», sagte IATA-Chef Giovanni Bisignani. «Selbst in einem Jahrzehnt, in dem die Fluggesellschaften Jahr für Jahr fünf Milliarden Dollar verloren haben, wurde die Sicherheit immer weiter verbessert.» Das endgültige Ziel müssten aber null Unfälle und null Verluste bleiben.

In absoluten Zahlen flogen im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Menschen auf 35 Millionen Flügen. Nach 22 Unfällen mit westlichen Jets im Jahr 2008 registrierte der Verband im vergangenen Jahr noch 19. Alle Flugzeugmuster und Herkunftsländer zusammengerechnet waren es 90 Unfälle, 19 weniger als 2008. Totalverluste gab es 18 - fünf weniger als im Vorjahr. Allerdings starben mehr Menschen: 685 Tote verzeichnet die Statistik, nach 502 im Jahr 2008.

Ein Viertel der Unfälle (26 Prozent) ereignete sich den Angaben zufolge durch eine Abweichung von der Start- und Landebahn (runway excursion), ein Zehntel der Unfälle war auf eine Beschädigung des Flugzeugs am Boden (ground damage) zurückzuführen. Pilotenfehler waren bei 30 Prozent aller Unfälle mit eine Ursache.

Der Verband stellte erhebliche regionale Unterschiede fest. So lagen Nordamerika mit 0,41 und Europa mit 0,45 Unfällen bei je einer Million Flüge deutlich unter dem Weltdurchschnitt von 0,71. Im Bereich Ostasien/Pazifik schnellte der Wert allerdings von 0,58 auf 0,86 hoch. Im Nahen Osten und Nordafrika verdoppelte sich die Quote fast auf 3,32 Unfälle je einer Million Flüge. Die schlechteste Rate hat allerdings erneut Afrika. Hier verunglückte fast jeder 100 000. Flug. Mit 9,94 ist der Wert fast fünfmal so hoch wie im Vorjahr. «Afrikanische Gesellschaften machen nur zwei Prozent des Flugverkehrs, aber 26 Prozent der Unfälle aus», sagte Bisignani.

Von: dpa, ddp, airliners.de
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