100 Millionen Dollar Entschädigung für Hinterbliebene der 737-Max-Crashes

04.07.2019 - 08:09 0 Kommentare

US-Flugzeughersteller Boeing will die Hinterbliebenen der beiden 737-Max-Abstürze finanziell entschädigen. Das Geld soll den Familien und den betroffenen Regionen zu Gute kommen.

Flugunfallermittler arbeiten an der Absturzstelle von Flug 302 der Ethiopian Airlines in der Nähe von Bishoftu. - © © dpa - Mulugeta Ayene/AP

Flugunfallermittler arbeiten an der Absturzstelle von Flug 302 der Ethiopian Airlines in der Nähe von Bishoftu. © dpa /Mulugeta Ayene/AP

Nach den Abstürzen zweier Boeing 737 Max hat der US-Flugzeugbauer Entschädigungszahlungen in Höhe von 100 Millionen Dollar (88,6 Millionen Euro) an die Hinterbliebenen der Opfer angekündigt. Mit dem Entschädigungsfonds sollten die Ausbildung und täglichen Ausgaben von Familien der Todesopfer sowie Entwicklungsprogramme in den betroffenen Gemeinden finanziert werden, erklärte Boeing am Mittwoch.

Die Summe soll demnach über mehrere Jahre ausgezahlt werden und unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Gebieten ankurbeln. Boeing kündigte an, dabei mit örtlichen Regierungen und Hilfsorganisationen zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus könnten auch Angestellte des Flugzeugherstellers für betroffene Familien und Gemeinschaften spenden. Boeing werde bis Ende 2019 diese Spenden verdoppeln.

Boeing-Chef Dennis Muilenburg erklärte, dass man um den Vertrauensvorschuss wisse, den jeder Passagier bringt: "Wir sind darauf fokussiert, dieses Vertrauen von unseren Kunden und der fliegenden Öffentlichkeit in den kommenden Monaten wieder zu verdienen."

Vergleich als schnelle Lösung

Parallel verhandelt Boeing vor Gericht mit Angehörigen von Absturzopfern über einen Vergleich. Die Parteien hätten sich geeinigt, eine rasche Lösung auszuloten, damit die Betroffenen ohne lange Rechtsverfahren entschädigt werden können, hatte ein Boeing-Sprecher vergangene Woche erklärt.

Dabei geht es zunächst um den Absturz der 737 Max in Indonesien vom 29. Oktober 2018. Doch auch wegen des Absturzes vom 10. März dieses Jahres in Äthiopien ist Boeing mit solchen Klagen konfrontiert. Der US-Konzern steht im Verdacht, die Sicherheit der 737 Max vernachlässigt zu haben. Erste Untersuchungsberichte deuteten auf einen Softwarefehler als entscheidende Absturzursache hin.

Bei den zwei Abstürzen in Indonesien und in Äthiopien waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In der Folge wurde im März ein weltweites Flugverbot für die Boeing 737 Max verhängt, das bis auf weiteres gilt. Als Ursache der Abstürze wird ein Problem bei dem neuartigen Stabilisierungssystem MCAS vermutet. Boeing hat deswegen ein Softwareupdate vorgenommen. Der US-Flugzeugbauer war für seinen Umgang mit den Tragödien scharf kritisiert worden.

© AirTeamImages.com, KSK Lesen Sie auch: Boeing 787-Produktion wird von US-Justizministerium untersucht

Von: hr, afp, dpa
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